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Johann Nepomuk Hummel

Hummel und das Fortepiano

Tatsächlich begründete Hummels Zugang zum Fortepiano eine neue Schule des Klavierspiels hinsichtlich des technischen Anspruchs und der Klanggestaltung zwischen Klassizismus und Romantik. Ein großer Gegensatz zum weithin maßgeblichen Klavierspiel des großen Titanen Beethoven entzweite lange die Parteien. Czerny beschreibt dies so:

»Wenn sich Beethovens Stil durch eine ungeheure Kraft, Charakteristik, unerhörter Bravour und Geläufigkeit auszeichnete, so war dagegen Hummels Vortrag das Muster der höchsten Reinheit und Deutlichkeit der anmutigsten Eleganz und Zartheit und die Schwierigkeiten waren stets auf dem höchsten, Bewunderung erregenden Effekt berechnet, indem er die Mozart'sche Manier mit der für das Instrument so weise berechneten Clement`schen Schule vereinigte. Es war daher natürlich, dass er in der großen Welt den Vorrang als Spieler behauptete, und bald bildeten die zwei Meister Parteien, welche einander mit aller Macht anfeindeten. Hummels Anhänger warfen dem Beethoven vor, dass er das Fortepiano malträtiere, dass ihm alle Reinheit und Deutlichkeit mangle, dass er durch den Gebrauch des Pedals nur confusen Lärm hervorbringe und dass seine Kompositionen gesucht, unnatürlich, melodielos und überdem unregelmäßig seien. Dagegen behaupteten die Beethovenisten, Hummel ermangele aller echten Phantasie, sein Spiel sei monoton wie ein Leierkasten, die Haltung der Finger sei kreuzspinnenartig und seine Kompositionen seien bloße Bearbeitungen Mozart'scher und Haydn'scher Motive.«

Ludwig van Beethoven
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Beethoven und Hummel verband eine herzliche Freundschaft

Hummel besucht 1827 mit seiner Gattin und seinem Schüler Hiller Beethoven in Wien, kurz vor dessen Tod.

»Wenn Beethoven 25 Jahre später geboren worden wäre, so hätte er Hummel unbestritten den Ruhm lassen müssen, der erste Instrumentalkomponist seiner Epoche zu sein.« (Francois-Joseph Fétis).

1825 wird Hummel in Paris von den versammelten Tonkünstlern des Musikalischen Kongresses geehrt. Er wird außerdem Ehrenmitglied der „Societé des Enfants d´Appollon“ in Paris und erwirkt von den versammelten deutschen Komponisten in der Frage des Urheberrechtes eine gemeinsame Resolution. Bereits 1827 konnte der Frankfurter Bundesversammlung ein Reglement gegen den Nachstich von Musikalien, das von Hummel ausgearbeitet und Beethoven befürwortet hat, übergeben werden. Das war die Geburtsstunde des Urheberrechts, von dem heute noch Musiker und Komponisten profitieren.

Im Jahre 1828 veröffentlichte Johann Nepomuk Hummel seine „Ausführlich theoretisch-praktische Anweisung zum Pianoforte-Spiel vom ersten Elementar-Unterricht an bis zur vollkommensten Ausbildung“, ein Werk, dem unmittelbarer Erfolg beschieden war und das sich als wertvolle Quelle für die damalige Aufführungspraxis erwiesen hat.

»Kein ordentlicher Pianofortevirtuose der Gegenwart kann und darf die Hummel´schen Hauptwerke ignorieren, wenn seine Ausbildung eine allseitige sein soll.« (Franz Liszt)